Eine bewusste Woche ohne Verschwendung | #zerowasteweek

zero waste week - grow your own food
Diese Woche war die erste volle Woche zurück im Büro. Bevor die Urlaubsenergie wieder im Alltag verschwindet, habe ich meine Motivation genutzt und meine persönliche Zero Waste Week veranstaltet.

Die eigentliche Zero Waste Week findet in der ersten vollen Septemberwoche statt und beginnt nächsten Montag, 4. September. Seit 2008 veranstaltet Rachelle Strauss diese Bewusstseinskampagne, um mit Einzelpersonen, Betrieben, Schulen und Gemeinden dafür zu sorgen, dass weniger Abfall auf der Deponie landet.

Jedes Jahr steht unter einem anderen Motto. Wenn du heuer mitmachen willst, dann melde dich gleich an: HIER

 

Ich habe die Zero Waste Week zum Anlass genommen, um schon eine Woche früher „Geld und natürliche Ressourcen zu sparen“. Die Zero Waste Week beginnt man am besten im einem Müll-Audit: was wandert in den Mülleimer und hätte ich es vermeiden können. Nachdem ich das schon öfter gemacht hatte, wollte ich dieses Mal ausprobieren eine Arbeitswoche lang überhaupt keine neuen Ressourcen zu verwenden. Das bedeutete möglichst kein Geld auszugeben und keinen Müll oder Recyclingmaterial (Papier, Glas, Plastik, Aluminium) anzusammeln, sondern aufzubrauchen was mir zur Verfügung stand.

So der Plan. Dann bin ich vom Urlaub heimgekommen und mein Tiefkühler hatte Zimmertemperatur. Somit waren die sorgfältig eingefrorenen Mittagessen und übrig gebliebenen Restl dahin. Keine idealen Voraussetzungen, um nicht einkaufen gehen zu müssen, aber gut. Challenge accepted 😉

 

Möchtest du wissen, wie ich mich geschlagen habe? Dann habe ich hier die eine oder andere Spar-Idee für dich:

 

Essen, Essen, Essen.

Ich esse sehr gerne und sehr viel. Da ich diese Woche keine neuen Lebensmittel einkaufen wollte, war die erste umzusetzende Sparmaßnahme daher schlicht und einfach weniger zu essen. Vielleicht nicht unbedingt die attraktivste Idee zum Einstieg. Aber ohne Spaß (unintended pun), das spart nicht nur Geld, sondern auch Speck auf den Hüften. Denn selbst wenn ich einmal eine Mahlzeit ausfallen lasse, nehme ich immer noch mehr als genug Kalorien zu mir. Angeblich ist Dinner Cancelling ja sogar gesund 😉

Die zweite Idee war genauso offensichtlich: Lebensmittel aufbrauchen. Kühlschrank und Schränke durchstöbern und der Kreativität freien Lauf lassen. Ich hatte natürlich einen Startvorteil, denn die meisten meiner Lebensmittel werden ohnehin verpackungsfrei eingekauft. Nachdem mein Tiefkühler und mein Kühlschrank „dank“ des Stromausfalls während meines Urlaubs de facto leer war, gab es auch keine potentielle Verpackung, die ich hätte wegschmeißen können.

Alle Lebensmittel, die gekühlt werden mussten, waren vor allem frisch geerntetes Obst und Gemüse aus dem Garten: komplett ohne Verpackung. Zero Waste Chef hat unzählige Ideen online, um beim Kochen weniger zu verschwenden. Denn selbst aus den vermeintlichen Resten für den Kompost, kann man noch einiges rausholen. Apropos Kompost, alle organischen Abfälle habe ich natürlich schon gesammelt und zur Biotonne gebracht. Denn Biomüll ist eindeutig keine verschwendete Ressource, sondern wichtig für den Nährstoffkreislauf.

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Zum Frühstück gab es bei mir Obst aus dem Garten und Müsli. Das Müsli hole ich für gewöhnlich bei Der Greissler in meinem eigenen Glas, daher konnte auch hier kein Abfall anfallen. Joghurt hätte ich aus einem Fairteiler mitnehmen können, doch leider hatte es eine normale Verpackung aus Papier, Plastik und Aluminium. Ich wollte meinen Vorsatz keinen Abfall zu erzeugen nicht so leichtfertig aufgeben. Daher habe ich kurzerhand Apfelmus mit den vorhandenen Äpfeln aus dem Garten gemacht und als Joghurt-Ersatz verwendet. #useitup

Kaffee gab es zur Abwechslung mal öfter daheim. Die Kaffeebohnen habe ich vom Wiener Rösthaus in meiner eigenen Kaffeedose geholt. Da ich versuche weniger Milchprodukte zu kaufen (Klimagase, usw.), habe ich im Schrank nach einer Alternative für den Schuss Milch gesucht. Die neue Milchschaumvariante für semi-alte Cashewnüssen war überraschend schmackhaft, falls es mal jemand probieren will 😀

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Zu Mittag habe ich das große Glück, dass in meinem Büro fast jeden Tag frisch gekocht wird. Und zwar eine*r für alle! Das bedeutet, jede*r kocht ein bis zwei Mal im Monat und bekommt dafür 3-5 Tage die Woche „gratis“ Mittagessen. Das spart nicht nur Geld, sondern auch Kochzeit. Da wir so viele sind, bleibt auch selten etwas übrig. <3 #fightingfoodwaste

Daher bekam ich diese Woche vier Mal warmes Mittagessen ohne zu kochen und nahm mir einmal wieder Vorbereitetes von daheim mit.

(Falls du dich dafür interessierst, wie man für 15 Leute am einfachsten verpackungsfrei kocht, dann lass es mich wissen und ich schreibe einen eigenen Beitrag dazu. Psst: letzte Woche hat es sogar unter 35€ gekostet!)

 

Zum Abendessen gab es Restlessen to go (Picknick!), Dinner Cancelling und eine Essenseinladung bei den Eltern. Die Einladung beruht natürlich auf Gegenseitigkeit und wird demnächst revanchiert 😉 Nur schnorren ist nicht sehr nachhaltig! Um die Abende so sozial wie sonst auch zu gestalten und um das Gefühl von Verzicht gar nicht erst aufkommen zu lassen, war ich zwei Mal picknicken. Ideale Resteverwertung: Zucchini & Tomaten aus dem Garten, Eierschwammerl aus dem Wald und Apfelstrudel von den Eltern (wobei das ein hart erkämpftes „Restl“ war ^^). Da ich mir ja vorgenommen hatte kleinere Mengen zu kochen, hat die Zucchini gleich für zwei Abendessen und ein Mittagessen gereicht.

 

Am Montag gibt es einen Beitrag zum Früchte sammeln auf Wald und Wiesen. Gratis Essen 😛 Stay tuned!

 

 

Spaß & Sport.

Nachdem eine lustige Freizeitgestaltung nicht unbedingt etwas kosten muss, ging es abends zum gratis Filmfestival am Rathausplatz (Mumford & Sons Konzert aus Südafrika!) und an einen Schwimmteich. Ab 18:00 war der Eintritt frei! Ich bin nur leider schon vorher da gewesen und habe 3,50€ gezahlt. Wenn man sich umhört und schaut, findet man viele kostenlose Veranstaltungen in der Stadt.

Wer dabei auch noch etwas Gutes tun will, kann zum Beispiel so nette Events wie das Cycling Cinema unterstützen. Trete in die Pedale, um die notwendige Energie für die Projektion zu generieren 🙂 Bonus: meistens gibt es bei gratis Veranstaltungen selten Eintrittskarten oder –bänder, die entsorgt werden müssen.

Ausgestattet mit meiner wiederverwendbaren Trinkflasche und mitgebrachtem Essen, musste ich auch nicht auf Plastikgeschirr zurückgreifen, wenn es angeboten wurde. Am Rathausplatz verwenden sie übrigens Mehrweggeschirr! Nicht vergessen den Strohhalm abzubestellen 😉

Ich habe diese Woche auch noch mein Buch ausgelesen und mir gleich ein neues in der Bücherei ausgeborgt. Den Jahresbeitrag für die Bücherei hat mir meine Schwester zu Weihnachten geschenkt – eines der sinnvollsten und besten Geschenke überhaupt! Bei jedem neuen Buch freue ich mich und bin ihr dankbar. Was will man mehr?!

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Sport gab es bei mir diese Woche kostenlos: laufen und Yoga. Keine Mitgliedsbeiträge und keine fancy Sportgeräte, die zur Produktion Unmengen an Ressourcen verschlingen. Meine Laufschuhe haben schon Löcher und sollten bei Gelegenheit bei meinem lokalen Sporthändler des Vertrauens (Laufsport Blutsch) wieder neu gekauft werden. Allerdings versuche ich gerade keine neu produzierten Sachen zu kaufen…

Mein Sportgewand ist einerseits uralt und andererseits Second Hand. Bevor du dir neue Sportsachen kaufst, kann ich nur empfehlen zuerst nach gebrauchten Stücken zu suchen. Spart Geld  und Ressourcen.

 

 

 

Haushalt und so.

Die üblichen Haushaltstätigkeiten, wie putzen und waschen, funktionierten auch müllfrei. Ich verwendete Kastanienwaschmittel für die Wäsche und festes Shampoo und Seife für mich selbst. Das Geschirr wurde immer noch mit dem Spülmittel von Frosch sauber, das ich schon seit Monaten versuche aufzubrauchen.

Das war wirklich ganz einfach: keine neuen Produkte, keine neuen Verpackungen.

 

 

Fazit.

Die paar Tage haben mir wieder gezeigt, wie oft ich „nur schnell noch“ irgendetwas einkaufen möchte. Kaum kommt mir eine Idee in den Sinn, könnte ich schon alles dafür einkaufen gehen. Keine Planung notwendig. Löcher in den Laufschuhen? Schnell kaufen. Lieber Joghurt statt Apfelmus zum Müsli? Schnell ins Geschäft. Es ist heutzutage so unglaublich einfach mit einem Klick alles zu sich nach Hause zu bestellen, ohne lange zu überlegen ob man nicht eine Alternative oder einfach gar nichts kaufen könnte.

Ich war selbst ziemlich überrascht, wie voll mein Vorratsschrank eigentlich ist. Da die Lebensmittel nicht schnell verderben können, schenke ich der ganzen Trockenware viel weniger Beachtung und neige eher dazu etwas Nachzukaufen bevor ich es aufgebraucht habe. Und ganz klar ist: Ohne ständig bekocht zu werden, wäre diese Woche kulinarisch um einiges fader ausgefallen.

Meine Ausgaben diese Woche waren überschaubar. Neben dem Eintritt zum Schwimmteich, habe ich auch noch die Tickets für die öffentlichen Verkehrsmittel gezahlt (2,60€ hin und retour mit Vorteilscard). Die Ausgabe stört mich vergleichsweise wenig, denn somit konnte ich die größeren Kosten des CO2-Ausstoßes vermeiden, wenn ich das (nicht von mir) vollgetankte Auto benutzt hätte. Eher vermeidbar wären die 50 Cent für die WC-Anlage am Rathausplatz gewesen. Als Mann hätte ich das Pissoir kostenlos benutzen können…

Auch wenn ich relativ müllfrei lebe und „vermutlich“ überdurchschnittlich motiviert bin so wenig Ressourcen wie möglich zu verwenden, gibt es immer diese kleinen Dinge auf die ich ungern verzichten möchte. Die Bequemlichkeit ist einfach ein gemeiner Hund…

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Wie du sehen kannst, ist so eine Zero Waste Woche durchaus möglich und spart sogar Geld 😉 Hast du vielleicht doch Lust bekommen mitzumachen? Hier ist nochmal der Link zur Anmeldung.

 

Was ist deine liebste Sparmaßnahme? Würde mich total interessieren! Lass es mich doch in den Kommentaren wissen und ich ergänze es im Artikel 🙂

 

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