#kinodenktweiter – Rob Greenfield in Wien

the green walnuts - Rob Greenfield in Wien
Kennst du großartige Menschen, die dich mit ihrem Einsatz für eine nachhaltige Lebensweise inspirieren und motivieren weiter zu machen? Deren Geschichten und Projekten du mit Staunen folgst und dir denkst: wenn sich jemand so unglaublich engagiert, sein Leben komplett auf den Kopf stellt und nichts unversucht lässt, um positive Veränderungen zu bewirken – dann kann ich ja wohl meinen verdammten Biomüll kompostieren? Nein, nur ich?

 

‚ When I die, I can say I wasn’t on the side that destroyed the world. ‚ Rob Greenfield

 

Dank der Veranstaltungsreihe #kinodenktweiter im Gartenbaukino konnte ich wieder einem unglaublichen Weltverbesserer zuhören. Letzten Herbst war Bea Johnson da und hat Zero Waste Home nach Wien gebracht. Dieses Mal war Zero Waste nur ein kleiner Teil des extremen Umweltaktivismus, den Rob Greenfield vorgestellt hat.

Rob Greenfield nennt sich nicht einfach aus einer Laune heraus Abenteurer, Umweltaktivist und „humanitarian“: er leibt und lebt die Überzeugung, mit seinem Einsatz die Welt glücklicher und gesünder zu machen. Das erste Mal wurde ich auf ihn aufmerksam, als er mit seinem Trash Suit durch New York spazierte. Einen Monat lang hat er eingekauft und Müll produziert wie ein gewöhnlicher Amerikaner. Jeder Abfall ist in seinen Müllanzug gewandert, um allen zu zeigen wie viel sich in 30 Tagen ansammelt. Denn für gewöhnlich verfolgen wir doch eher das Motto: aus den Augen, aus dem Sinn. Einmal weggeworfen, nie mehr daran gedacht.

 

‚In a lifetime, you could leave a mountain of trash – or not. Just by dealing with your own trash, you could leave the earth with a less damaging impact. Just you, as an individual. Even if you never inspire anyone else, there would still be one less mountain of trash.‘ Rob Greenfield

 

Trash Me ist allerdings nur eines von unzähligen Projekten, die Rob Greenfield seit seiner Wandlung hin zu einem umweltbewussten Lebensstil gemacht hat. In seinem Vortrag zeigte er schön wie er von einem party-begeisterten College Studenten zu einem Bambusrad-fahrenden-Tiny-Home-Umweltaktivisten geworden ist.

Es gab für ihn keinen plötzlichen Aufwachmoment, sondern stetige Weiterbildung. Mit jeder neuen Information hat sich sein Weltbild und damit auch sein Verhalten ein kleines Stück geändert. Seine Devise lautet „klein beginnen und Momentum gewinnen“. Bei jeder kleinen positiven Veränderung, fällt die nächste schon gleich viel leichter.

Er ist mittlerweile so weit gekommen, dass er ohne Haus mit seinen 111 Habseligkeiten aus dem Rucksack lebt, sich hauptsächlich von Essen aus Mülltonnen ernährt, kein Auto mehr besitzt und sich nicht duscht (außer auf Reisen, da kann er nicht widerstehen, oder im Meer).

‚The more you simplify your needs, the easier it is to fulfill them.‘ Rob Greenfield

 

Während seiner Radtour durch die USA, die er mit den kleinstmöglichen Auswirkungen auf die Umwelt machen wollte, hat er die Food Deserts Amerikas „entdeckt“. Er hatte eigentlich vor, nur lokale Nahrungsmittel ohne Verpackung zu kaufen. Doch in manchen Gebieten gab es davon nichts. Alles verpackt, alles verarbeitet, alles qualitativ minderwertiger. Und ein Großteil davon hinter den Supermärkten in den Mülltonnen. Seine Lösung: Dumpster Diving.

Um den Menschen das Food Waste Fiasco zu zeigen, hat er in Städten Nahrungsmittel medienwirksam gesammelt und anschließend appetitlich drapiert. Die Einwohner durften danach die Nahrungsmittel mit nach Hause nehmen. Das soziale Stigma, das mit dem Fischen von Essen aus Mülltonnen einhergeht, hat sich bei dem Überangebot an gratis Essen (ohne die Notwendigkeit selbst in die Tonne zu steigen) plötzlich in Luft aufgelöst. #donatenotdump

 

‚If you waste food, you waste everything that went into growing it, too.‘ Rob Greenfield

 

Verschwendung ist überhaupt nicht so seines. Auf seiner USA-Radtour hat er seinen Müll über die gesamte Reise hinweg auf die Tagesmenge eines Amerikaners reduziert. Wasser durfte nicht aus Wasserhähnen, sondern nur vom Himmel oder von undichten Rohren kommen. Statt Strom aus der Steckdose gab es Solarenergie.

Und in seinem eigenen Tiny House (das mittlerweile versteigert wurde, um Tiny Houses für Obdachlose zu bauen) hat er gleich seinen eigenen „menschlichen Kompost“ verwendet, um seine Gemüsebeete zu düngen.

 

‚Be authentic, there are enough people who are not.‘ Rob Greenfield

 

Zu viel Extremismus für dich? Ich denke, da bist du nicht alleine. Nur muss niemand so einen exzessiven Lebensstil führen wie er. Jeder Beitrag zählt!

‚It’s about moderation. It does not have to be perfect, just better. If we all did a pretty good job, the planet would be in a vastly different state.‘ Rob Greenfield

 

Was kommt für ihn als nächstes? Noch eine USA-Fahrt mit dem Rad, um Gemeinschaftsgärten und Bienenfutter zu pflanzen. Und dann? Dann baut er sich sein neues Tiny House, umrahmt von Bienenkästen – allerdings mit Glaswänden: damit er die Bienen immer sehen kann.

 

So wie in diesem Café in Hokitika, Neuseeland 🙂

 

Alle seine Tips und How-To-Guides gibt es hier, u.a.  How to live a near zero waste life.

 

Inspiriert worden? Was würdest du gerne nachhaltiger gestalten?

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