Lebensmittel sind wertvoll – weniger Essen im Müll

the green walnuts - less food waste
Schon mal eigene Tomaten geerntet? Oder Äpfel selber von Bäumen gepflückt? Dann kennst du sicher dieses stolze Gefühl für die eigene Ernte. Aus dem eigenen Garten, Blumentopf oder vom Selbsterntefeld schmeckt es einfach am besten! Kleine Dellen oder Verfärbungen können die Freude nicht trüben und bedeuten keinesfalls, dass die krumme Gurke auf dem Mist landet!

Anders sieht es aus, wenn der herkömmliche Konsument im Supermarkt zu den Tomaten oder Äpfeln greift. Bitte perfekt geformt, makellos und wenn möglich billig. Die Wertschätzung gegenüber den Lebensmitteln ist um vieles geringer. Allerdings ist die Chance hoch, dass du kein herkömmlicher Konsument bist, wenn du es auf diese Seite gefunden hast.

Ein Drittel der weltweit produzierten Lebensmittel wird im Laufe der Wertschöpfungskette vom Feld zum Konsumenten weggeschmissen. Wir produzieren ein Drittel an Lebensmittel, die von niemandem gegessen werden, völlig umsonst! Der Großteil an weggeworfenem, genießbarem Essen entsteht im Handel und in den Haushalten – direkt bei dir und mir. Ein Viertel des Essens, das wir einkaufen, landet im Müll.

Lebensmittel brauchen Ressourcen, um zu wachsen, um verteilt und aufbereitet zu werden. Wenn wir sie kaufen, nur um sie in den Müll zu werfen, schmeißen wir ganz einfach unser Geld weg. Genauer gesagt sind das in Österreich im Durchschnitt 300-400€ pro Jahr. Das sind knapp 100 kg an noch genießbarem Essen, das im Müll landet. Wie viel wiegst du im Vergleich zu dem Essen, das du wegwirfst?

Der Handel reagiert langsam. In Frankreich müssen Supermärkte, nun gesetzlich vorgeschrieben, ihre nicht verkauften Lebensmittel spenden. Wie kam es dazu? Menschen wie du und ich haben sich dafür eingesetzt! Ganz normale Konsumenten.

Damit wir auch von zu Hause mithelfen können, weniger wertvolle Lebensmittel einfach wegzuschmeißen, hier ein paar Tipps zur einfachen Umsetzung:

Lebensmittel im Müll vermeiden

Küchen-Check und Einkaufsliste:

Der einfachste Weg keine Lebensmittel wegzuwerfen, ist alle Lebensmittel rechtzeitig aufzubrauchen. Stating the obvious.

  • Küchen-Check: Was habe ich zu Hause? Was muss aufgebraucht werden? Was fehlt zum Kochen?
  • Einkaufsliste: auf einem Zettel, der praktischerweise in der Küche liegt, oder gleich am Handy (z.B. Wunderlist) immer aufschreiben, wenn etwas ausgeht. So fehlt nie etwas und du vermeidest unnötige Spontaneinkäufe.

 

Spontaneinkäufe aufbrauchen oder verschenken:

Gelegentlich kann ich persönlich Impulskäufe nicht vermeiden. Einmal hungrig einkaufen gehen oder unbedingt dieses eine neue Rezept ausprobieren wollen (für das man keine einzige Zutat zu Hause hat) und schon sammeln sich seltene Gewürze oder angebrochene Packungen in den Schränken. Bei überquellender Spontaneität in der Küche:

  • Mehr Rezepte heraussuchen, die genau diese Zutaten beinhalten. Die Chance noch kreativer zu werden!
  • Mehr kochen und die Reste einfrieren oder herschenken.
  • Lebensmittel an Menschen weitergeben, die sie aufbrauchen können (Foodsharing).

 

Weniger einkaufen:

Billigere Großpackungen haben für kleine Haushalte einen entscheidenden Nachteil: sie sind zu groß! Dem kannst du vorbeugen, indem du:

  • nur die Menge einkaufst, die du auch brauchst (ohne Verpackung einkaufen)
  • oder indem du verderbliche Lebensmittel rechtzeitig weiter gibst (an Familie, Freunde, Bekannte oder Fremde).

 

Richtig lagern:

Nicht alles gehört in den Kühlschrank, nicht alles sollte bei Licht gelagert werden. Viele Tipps zur richtigen Lagerung von Lebensmittel findest du hier oder hier.

 

Mindesthaltbarkeitsdatum richtig interpretieren:

Dein Einkauf ist nicht automatisch verdorben, wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist. Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist eine Absicherung vom Hersteller, dass das Produkt bis zu diesem Datum wie vorgesehen genießbar ist. Der Konsument kann es gerne als Richtlinie, aber nicht für bare Münze nehmen.

  • Vorm Verzehr Prüfen – schauen, riechen, schmecken: Der Mensch hat seine Sinne nicht umsonst. Die eigene Wahrnehmung ist die beste Garantie, um keine verdorbenen Lebensmittel zu essen. Schimmel? Weg. Riecht seltsam? Weg. Schmeckt eigenartig? Weg. Schaut normal aus, riecht gut und schmeckt wie immer? Essen!
  • Die Genießbarkeit kann durch die richtige Lagerung verlängert werden.

 

Weniger essen:

Okay, wer mich kennt, weiß wie seltsam es ist so etwas von mir zu hören. Aber ja, richtig gelesen: weniger essen. Kleinere Portionen sparen nicht nur Geld und zu viel Kalorien auf den Hüften, sondern auch überschüssige Lebensmittelproduktion und potentiellen Abfall. Einfach mal aufhören zu essen, wenn man fast satt ist, kann sogar das Leben verlängern.

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