Nachhaltig grillen

the green walnuts - nachhaltig grillen
Sobald der Sommer kommt, werden die Griller wieder ausgepackt und legendäre Grillfeste gefeiert. Bei uns jedoch ist der bekannte Kugelgrill das ganze Jahr in Reichweite, denn wir brauchen ihn bei jedem Wetter. Genau genommen ist er als das liebste „Küchengerät“ fest in den Händen meines Freundes und ich bin eher fürs Essen zuständig. Jeder das, was er am besten kann 😉

Ich überlege daher schon länger, wie wir unsere Grillliebe nachhaltiger ausleben können. Denn so richtig Zero Waste gestaltet sich das Ganze noch nicht…

 

Wenn auch dich die Grilllust gepackt hat, dann habe ich hier nachhaltige Alternativen für dich, um ohne schlechtes Gewissen die lauen Sommerabende mit wunderbaren Grillereien zu feiern:

 

 

Kein Einweggrill.

 

Ganz wichtig ist es keine Einweg-Grills zu kaufen, schon gar nicht aus Aluminium! Wird nur einmal verwendet, schaut nicht schön aus und verursacht so viel Müll und verschwendete Ressourcen.

Jetzt gibt es immer öfter Alternativen aus Holz, die dann wie ein kleines Lagerfeuer verbrannt werden können. Wenn du also schon unbedingt einen „Wegwerf“-Grill haben willst, dann bitte eher so einen.

 

Grill ausborgen oder Grillplätze benutzen.

 

Solltest du keinen eigenen Grill besitzen, dann kann ich dir nur empfehlen einen auszuborgen oder oder dich gleich bei Freunden einzuladen 😉

Es ist absolut nicht notwendig für ein, zwei Grillfeste einen neuen Grill zu kaufen!

In Wien kann man sich den ganzen Sommer über auch Grillplätze für eigene Grillfeiern mieten.

 

 

Ökologische Alternativen: Elektro- oder Solargrill.

 

Falls du nach einer Alternative zu den herkömmlichen Holzkohlegrill suchst, dann gibt es auch noch den Solargrill oder einen Elektrogrill. Statt Kohle nutzt du dann Sonnenenergie oder (hoffentlich Öko-) Strom.

Für den Gasgrill benötigst du (Überraschung) Gas, welches eben kein erneuerbarer Rohstoff ist. Daher stellt er keine ökologische Alternative zu Holzkohlegrill dar.

 

Tipp: Für den altbekannten Grillgeschmack kannst du auch Holzspäne dazu legen, damit es etwas rauchiger schmeckt.

 

Interessant fand ich, dass die Wahl des Grills nicht so wichtig ist, wie die Wahl des Grillguts. Laut der Ökobilanzierung des TÜV Rheinlands verursachen von der Herstellung des Grills bis zu dessen Entsorgung fast 95% der klimarelevanten Emissionen das Grillgut!

 

Heimisches Holz oder Holzkohle statt Briketts aus Tropenwäldern.

 

Abgesehen von Braunkohlebriketts, die schon allein aus gesundheitlichen Gründen nun wirklich nicht auf den Grill gehören, sind Briketts aus Tropenholz die schlechteste Wahl. Leider muss die Herkunft des Holzes nicht zwingend deklariert werden und es kann bei Briketts noch immer ein Braunkohleanteil dabei sein.

Wenn du daher auf Nummer sicher gehen willst, wähle Holzkohlebriketts, die angeben welche Holzsorte verwendet wurde. Idealerweise handelt es sich dann um heimische Arten, wie zum Beispiel Buchen (bei uns in Mitteleuropa).

Zusätzlich hilft es auf das FSC- oder PEFC-Siegel zu achten, die u.a. für nachhaltige Waldbewirtschaftung stehen.

Bei Grillkohle kannst du nachsehen, ob sie das DIN-Prüfzeichen DIN EN 1860-2 hat, denn dann enthält es weniger Giftstoffe und ein Mindeststandard an Qualität wird eingehalten.

Immer öfter kommen mir Alternativen wie Bambus, Kokosnussschalen oder Olivenkerne unter. Selbst Weinreben scheinen geeignet zu sein. Bei Bambus und Kokosnussschalen ist natürlich zu erwähnen, dass diese nicht regional angebaut werden und daher auch mit Vorsicht zu kaufen sind.

Tipp: Wirf die Grillasche nicht gleich weg. Sie kann noch unter den Kompost gemischt werden oder zum schnelleren Anzünden des Grills nützlich sein. Wir verwenden sie auch für das Anheizen des Kamins.

 

 

Nachhaltige Grillanzünder.

 

Mein Freund schwört auf seinen Anzündkamin. So einfach und praktisch. Und mach in 20 Minuten so eine tolle Glut, obwohl man weniger Kohle verbraucht.

Damit das Anzünden auch wunderbar ist, verwende am besten keine klassischen Grillanzünder.

Es gibt chemiefreie Alternativen, auch auf Pflanzenbasis und mit FSC-Siegel.

Der WWF empfiehlt einfache Kaminanzünder zu verwenden, da diese aus in Wachs getränkten Holzfasern bestehen und damit aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt sind. Zusätzlich noch Spaltholz und braunen Karton dazu und fertig ist die ökologische Anzündhilfe.

Wer seine Anzünder selber herstellen will, ist wie immer bei Smarticular gut aufgehoben, die nicht nur eine, sondern gleich zwei Anleitungen bereit gestellt haben. Bei der zweiten Alternative aber bitte keine Teelichter in Aluschalen verwenden.

 

 

Wiederverwendbares Grillbesteck und -zubehör.

 

Wenn der Grill mal heiß ist, ist es natürlich besonders interessant was da eigentlich drauf kommt. Wer sein Grillgut nicht gleich auf den Rost legen will, nimmt für eine gute Ökobilanz am besten wiederverwendbare Schalen aus Edelstahl oder Grillsteine, Steinplatten, Holzbretter oder Spieße.

 

Eine lange Verwendungsdauer von wiederverwendbarem Grillgeschirr kann die negativen Auswirkungen der Herstellung ganz schön beachtlich reduzieren. Mein Freund schwört auf seinen Weber-Grill und verwendet mit endloser Begeisterung das ganze Zubehör. Er besitzt nicht nur wiederverwendbare Schalen zum indirekten Grillen und Grillbesteck, sondern auch spezielles Putzzeug. Mit dieser Kombi von Leidenschaft und Qualität hält sein Grillzeug eeeewig. (Nein, dieser Post ist nicht gesponsert :P)

 

Tipp: Bevor du etwas Neues kaufe, schaue ob nicht schon etwas Passendes in der Küche ist und ob du es nicht gebraucht irgendwo herbekommst oder ausleihen kannst.

 

Vermeide Aluschalen und Alufolie wo es nur geht. Die ressourcenaufwendige Herstellung ist wirklich nicht dafür geeignet Aluminium als Wegwerfprodukt zu betrachten. Als Alternative könntest du Kohl- oder Rhabarberblätter verwenden.

 

 

Achte auf dein Grillgut. 

 

Wie oben schon erwähnt ist das Grillgut für die meisten Emissionen bei einem Grillabend verantwortlich.

Laut TÜV Rheinland, verursacht ein Grillabend für 8 Personen so viel CO2-Äquivalente Emissionen wie eine Autofahrt von rund 120 Kilometern.

Wie wahrscheinlich vermutet, sind dafür vor allem Rindfleisch und Grillkäse verantwortlich. Um die Grillerei möglichst nachhaltig zu gestalten, gehört mehr Gemüse auf den Grill! Fleischtiger fahren mit Schwein und Würstchen besser, aber einfach weniger Fleisch bringt auch schon viel.

Gut ist es auch beim Fleischkauf auf die Regionalität zu achten und biologische Produktion zu bevorzugen. Heimische Fischsorten wie Lachsforelle oder Saibling schmecken fantastisch am Grill.

Besonders im Sommer gibt es so ziemlich alles verpackungsfrei auf Märkten zu kaufen. Nutze die Möglichkeit und mach gleich den Einkauf zu einem netten Erlebnis 🙂

 

Tipp: Würze dein Fleisch und Gemüse selber, anstatt vorgefertigte Ware zu kaufen. Schmeckt nicht nur oft besser, sondern du weißt auch was drinnen ist und verhinderst einen Produktionsschritt.

 

 

Echtes Geschirr.

 

Selbstverständlich gehört echtes Geschirr zu einem möglichst müllarmen Grillfest dazu. Genau wie Stoffservietten oder zumindest Servietten aus recyceltem Papier. Besteck muss ebenso wenig aus Einwegplastik daher kommen, wie Gläser aus Papierbechern.

Tipp: Wenn du dein Grillfest eher abgelegen feierst, überlege dir Kompromisse. Sollte es nicht möglich sein das Geschirr für alle Gäste mitzubringen, teile die Last auf alle Gäste auf. Keiner Lust zum Schleppen? Nächstbeste ökologische Variante wählen und nicht verzweifeln.

 

 

Zu- und Nachspeisen.

 

Ich freue mich beim Grillen auch immer auf die Zuspeisen. Man kann alles selber machen!

Salate, Saucen, Brot – was auch immer du gerne dazu isst, kannst du bestimmt auch verpackungsfrei einkaufen und regional einkaufen 🙂

Das schöne am Grillen ist die lange Glut, perfekt für leicht gegrillte Nachspeisen wie Schokobananen.

 

 

Wie sehr freust du dich schon auf deine Grillfeste im Sommer? 😛

 

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