Nachhaltiges Lesevergnügen ohne Papier- und Energieverschwendung

thegreenwalnuts - sustainable reading
Wenn ich könnte, würde ich ständig lesen. Es gibt praktisch keine Situation in der ich nicht ein Buch mit dabei habe. An Verwandtenbesuche in meiner Kindheit kann ich mich kaum erinnern, weil meine Nase ständig in einem Buch steckte. Nicht einmal während dem Gehen muss ich spannende Geschichten weglegen, weil ich die hohe (und unumstritten äußerst essentielle) Kunst des gehenden Lesens beherrsche. Ich muss also nicht erst groß erklären, dass ich oft neuen Lesestoff brauche – insbesondere, weil ich ungern ein und dieselbe Geschichte zwei Mal lese.

Nachdem mein Öko-Herz nicht sonderlich begeistert von dem ständigen Neukauf frisch gedruckter Bücher ist, habe ich Alternativen gesammelt, die es mir erleichtern meine Leselust zufrieden zu stellen ohne ständig neue Ressourcen zu verbrauchen:

Bücher ausleihen

Für die Produktion neuer Bücher werden Bäume gefällt, Wasser und Chemikalien verbraucht und Energie für die Herstellung und den Transport benötigt. Das alles wird ganz leicht eingespart, wenn man sich kein neues Buch kauft, sondern sich eines ausleiht. Studierende bis 24 Jahre zahlen bei den Büchereien in Wien ganze €3,80! Eine normale Jahreskarte gibt es um €24.  Da spart man nicht nur wertvolle Umweltressourcen, sondern auch das eigene hart verdiente Geld.

Wer fürs Ausleihen nichts zahlen will, kann sich natürlich auch zuerst im eigenen Bekannten- und Verwandtenkreis umhören – fragen, kost’ nix.

 

Büchertausch

Wer selbst schon eine kleine Bücherei zu Hause hat, für den wäre es vielleicht interessant seine Bücher zu tauschen. Naheliegend ist natürlich auch hier wieder bei Familie, Freunden und Bekannten nachzufragen. Auf der Facebook-Seite von Zero Waste Vienna finden sich auch immer wieder nette Menschen zum Büchertausch. In Wien findet man offene Bücherschränke, in einigen Bezirken Büchertaschen oder viele kleinere Geschäfte, die Tauschregale haben. Auch beim Greissler gibt es nun ein Tauschbücherregal für Kochbücher. Das funktioniert auch wunderbar auf Reisen. In den meisten Hostels kann man sein eigenes ausgelesenes Buch gegen ein neues tauschen und spart schweres Gepäck!

#sharingeconomy

 

E-Books

Nach langer Verweigerung habe auch ich nachgegeben und lese nun zusätzlich auf einem E-Reader. Großes Manko ist natürlich der fehlende Papierduft, aber ansonsten finde ich meine digitale Bibliothek äußerst praktisch. Da ich schon mit eigenen Bücherkoffern verreist bin, kann ich bezeugen, dass es vor allem für längere Aufenthalte recht unhandlich ist stapelweise Bücher mitzuschleppen.

Ich dachte lange, dass ein E-Reader umweltbelastender als das gute alte Buch ist und wollte daher keinen haben. Doch in Anbetracht des gesamten Lebenszyklus ist das nicht unbedingt der Fall. Je länger ich meinen E-Reader verwende, desto geringer werden die negativen Umweltauswirkungen. Das Ökoinstitut in Freiburg hat berechnet, dass bei mehr als 10 gelesenen Büchern im Jahr die Ökobilanz des E-Readers besser ausfällt als für gedruckte Bücher. Denn 99% des Energieverbrauchs eines E-Readers entstehen bei der Herstellung. Wenn ich meinen E-Reader dann auch noch mit Öko-Strom auflade, die lange Akkulaufzeit ausnutze, ihn mindestens drei Jahre lang verwende und ihn schlussendlich richtig entsorge, kann ich ohne schlechtem Gewissen bis spät in die Nacht hinein meinem Lesevergnügen frönen.

Notiz am Rande: am ökologischsten ist allerdings noch immer das Ausleihen von Büchern, die idealerweise auf Recyclingpapier gedruckt wurden.

Da ich einen Tolino habe (kein großer Amazon Fan…) kaufe ich im Fall des Falles meine E-Books bei Thalia. Mittlerweile bieten aber so gut wie alle Buchgeschäfte digitale Versionen an – es ist nur wichtig beim Kauf auf das richtige Format zu achten. Nicht alle E-Reader können alle Formate wiedergeben.

Tolino hat noch einen Vorteil, denn ich kann mir mit dem Gerät E-Books ausleihen. Das Ausleihen in der Bücherei funktioniert recht unkompliziert direkt über den E-Reader, da er eine WLAN-Funktion hat. Allerdings kann man sich, wie in Büchereien üblich, die E-Books nur in begrenzter Menge und für eine bestimmte Dauer ausborgen.

Tipp: Trenne den E-Reader vom WLAN, wenn du keine neuen Bücher lädst. Spart nicht nur Akku, sondern verlängert auch die Ausleihfrist. Nachdem mir schon zwei Mal die Zeit zu knapp geworden ist und ich die letzten 50 Seiten nicht mehr fertig lesen konnte (Vorbestellung war nur für drei Monate später möglich – das nenne ich mal Cliffhanger…), trenne ich jetzt den E-Reader immer vom WLAN, um das Buch fertig lesen zu können. Keine Ahnung, ob man das „darf“, aber bisher hat es funktioniert, das Buch war weiterhin lesbar und ich musste auch nichts extra zahlen.

Die Auswahl der Onleihe ist leider weder für deutschsprachige, noch für englische Literatur sonderlich umfangreich. Die ganz tollen Neuheiten findet man sicher nicht. In meiner Recherche zur Ausleihe von E-Books bin ich noch nicht viel weiter als die Stadtbücherei gekommen. Klassiker findet man auch beim Project Gutenberg. Bei ebook.de kann man sich momentan auch 880 Bücher gratis ausleihen. Skoobe funktioniert nur für Tablets, Smartphones und Kindle, falls du lieber auf so einem Gerät Bücher liest.

Selbstverständlich hat sich mittlerweile eine E-Book-Piraterie entwickelt. Illegale Download-Seiten gibt es zur Genüge, doch möchte ich keine davon empfehlen. Ich habe leider nicht heraus finden können, ob Open Library legal ist, aber da sie mit vielen Büchereien kooperiert, denke ich schon. Es gibt dort auf alle Fälle eine riesige Auswahl.

 

Bücher spenden

Um jemandem eine Freude zu machen und Bücher nicht zu Hause verstauben zu lassen, kann man sie natürlich auch spenden. Ganz unproblematisch geht das bei einem Carla Laden oder Kost-Nix-Laden sowie unter Voranmeldung bei Books4Life oder Bücherschmaus Wien. Wenn man dann schon dort ist, kann man gleich schauen, ob nicht für einen selbst schon etwas abgegeben wurde.

 

Bücher verkaufen

Wenn die eigenen Bücher nicht getauscht oder gespendet werden sollen, aber weg müssen, kann man das sehr einfach auf www.momox.at oder www.buchmaxe.at mache. Viele andere Online-Portale oder auch private Flohmärkte bieten die Möglichkeit alte Bücher loszuwerden.

Teilt eure Bücher, liebe Menschen! Wäre doch zu schade, wenn sie nur zu Hause herum stehen.

 

Was machst du mit deinen Büchern? Gehst du in die Bücherei? Oder kennst du noch eine Verleihseite für E-Books?

 

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