Wie man sich selbst zu einem nachhaltigeren Leben überlistet – #byebyeschweinehund

byebyeschweinehund
Follow my blog with Bloglovin

 

Die häufigste Reaktion auf meinen Lebensstil in Richtung Zero Waste ist „Na, ich weiß nicht. Ist das nicht extrem anstrengend?“. Am liebsten würde ich antworten, dass es von Anfang an super leicht und entspannt ist, aber das wäre glatt gelogen. Wie alle Veränderungen, braucht auch diese Zeit und leider, leider persönliche Motivation.

Noch bis zum Weltumwelttag am 5. Juni finden die Deutschen Aktionstage Nachhaltigkeit statt, die den Nachhaltigen Warenkorb dazu animiert haben zur Blogparade „Tschüss Schweinehund, hallo nachhaltigeres Leben!“ aufzurufen.

Der Nachhaltige Warenkorb zeigt Konsumalternativen für einen nachhaltigen Lebensstil auf und lädt mit den Wochenchallenges dazu ein, jede Woche eine kleine Veränderung umzusetzen. Wie passend, dass ich gerade mit der Zero Waste Challenge angefangen habe. 😉

 

 

Mit kleinen Veränderungen zum nachhaltigen Leben

Ich bin ohne Zweifel eine große Verfechterin der kleinen, aber kontinuierlichen Änderungen.

step by step. day by day. change by change.

Vermeintlich große Veränderungen sehen im Nachhinein vielleicht so aus, aber während man noch mitten drinnen steckt, geht es meist eher darum ganz kleine Dinge zu ändern.

“Nachhaltiger Konsum ist heute schon möglich“, steht auf der Seite des Nachhaltigen Warenkorbs, und dem kann ich vollkommen zustimmen – wenn nicht der innere Schweinehund wäre, oder?

 

 

Die große List 😛

 

Menschen sind von Natur aus faul und es kann mir keiner das Gegenteil beweisen. Nenne es von mir aus ressourcenschonend (die eigenen Kräfte) oder effizient (Zeit, körperliche Energie). Aber im Grunde sind wir doch alle fürchterlich bequem. Sollte das bei dir nicht so sein, Glückwunsch und viel Spaß beim Reichwerden, wenn du dein Geheimnis vermarktest.

Bei mir braucht es immer einen gewissen Anreiz, um mich selbst zu bestimmten nachhaltigeren Verhaltensweise zu bringen. Falls es dir genauso geht, habe ich ein paar Ideen für dich:

 

 

Sei vorbereitet.

 

Der erste Schritt ist ja angeblich der schwerste, wobei ich das eigentlich nicht finde. Der erste Schritt bei einem Halbmarathon ist eigentlich ganz nett, der 20.000 hingegen unendlich mühsam.

 

Damit zumindest der Anfang zu einem nachhaltigeren Lebensstil klappt, kann ich nur empfehlen vorbereitet zu sein. Zum Beispiel wirst du eher keine PET-Flasche kaufen, wenn du deine eigene Wasserflasche mit hast. Es fällt leichter, auf ein Plastiksackerl zu verzichten, wenn man eine eigene Einkaufstasche dabei hat.

 

Wenn du keine Zeit hast in viele spezielle Läden zu gehen, um alles verpackungsfrei einzukaufen, gib nicht gleich auf. Überlege dir Alternativen für deine üblichen Gerichte, wo du die Zutaten möglichst verpackungslos im normalen Supermarkt bekommst.

 

 

Lass dich nicht entmutigen.

 

Meine nachhaltige Achillesferse ist dieses leidige Thema mit dem Biomüll. Mein Schweinehund sitzt auf dem Biomüll drauf, als gäbe es nichts Schöneres. Ich weiß, Routinen werden mit der Zeit aufgebaut und neue Gewohnheiten bilden sich nicht von heute auf morgen. Doch gerade ich (als Ressourcenmanagerin und Bodenwissenschaftlerin), die genau weiß, wie wichtig organische Nährstoffe sind, sollte doch im Stande sein genug Motivation aufzubringen, um den eigenen Biomüll zu kompostieren. Denkste.

 

Kurzversion: Etabliere bewusst eine Gewohnheitsschleife (Auslöser – Routine – Belohnung), um Verhaltensweisen anzunehmen, die du erstrebenswert findest.

 

Langversion: Ich muss mich selbst nach Strich und Faden austricksen, um den fein säuberlich getrennten Biomüll zur Tonne zu bringen. Wir haben keinen Kompost im Haus und die nächste Biotonne ist ganze vier Minuten (!) von meiner Wohnungstür entfernt. Allerdings in die andere Richtung als mein Arbeitsweg und daher sehe ich es als Umweg.

Vier Minuten zu Fuß! Ich bin ja immer mit dem Rad unterwegs, dann ist es eine Minute. Eine Minute! Und diese eine verdammte Minute hindert mich daran meinen Biomüll zu kompostieren!

 

Nutze die Macht der Gewohnheit.

 

Nach altbewährter Gewohnheitsänderungslehre schaut meine momentane Biomüll-Routine so aus: #workinprogress

  • Auslöser setzen >> Tüte vor der Wohnungstür: ich lege mir das Zeitungspapier für meine Mülltüte omnipräsent in die Küche (kann aus zwänglerischen Gründen die Wohnung nicht verlassen, wenn die Küchenoberflächen nicht aufgeräumt sind) – falte die Tüte, leere den Biomüll rein und stell mir die Tüte vor die Wohnungstür
  • Routine abspulen >> Biomüll entsorgen: sehe Tüte vor der Tür – habe Angst, dass er ausrinnt (bin sehr geruchsempfindlich) – bringe ihn zur Biotonne (wichtig: Wohnungsschlüssel gleich tief in den Rucksack stecken, damit ich nicht in Versuchung komme unten einfach den Müllraum aufzusperren)
  • Belohnung >> was auch immer dich glücklich macht: gutes Gewissen und niemand, der sich über den elendigen Geruch in der Küche aufregt

Side Note: ab Herbst gibt es bei mir einen Bokashi Kübel direkt im Müllraum – Bequemlichkeit siegt (und mehr Nährstoffe werden auch noch zurück gewonnen)!

 

Suche deine Schwächen (bei mir: Unordnung, Geruch) und nutze sie gnadenlos aus, um zu deinem Ziel (nachhaltigeres Leben) zu kommen.

 

 

Trau dich.

 

Verpackungsfrei einkaufen ist für mich fast immer eine kleine Mutprobe. Trau ich mich, trau ich mich nicht? Unverpackt-Läden sind ein richtiger Segen, denn dort weiß ich, dass ich mit meiner Einstellung gut aufgehoben bin und nicht schräg angeschaut werde.

Die größte Herausforderung war (und ist es oft noch) zu fragen, ob ich etwas in mein eigenes Sackerl oder meine eigene Dose bekommen könnte. Mittlerweile finde ich es vollkommen sinnlos mir beim Bäcker das Gebäck für den zwei-minütigen Nach-Hause-Weg in ein extra Papiersackerl geben zu lassen. Die Bäckerei ist daher auch ziemlich der einzige Ort geworden, wo ich hemmungslos mein Stoffsackerl zücke.

 

Je öfter ich es gemacht habe, desto normaler ist es geworden.

 

Tipp: Das erste Mal ist eine Überwindung, aber was ist das Schlimmste das passieren kann? Ein Nein? Wenn das für dich Grund genug ist es nicht einmal auszuprobieren, versuche es mit Brot backen. 😉

 

 

Nimm dir Zeit.

 

Mehr Zeit nehmen ist ein super Rat an einem stressigen Tag, oder? Tut mir leid, aber besonders zu Beginn hilft bei mir mehr Zeit eigentlich immer, um etwas Neues auszuprobieren. Mit der Zeit und der Routine geht dann alles auch schneller!

 

Kein Coffee-To-Go Becher ist notwendig, wenn ich mich ins Kaffeehaus setze. Ich muss ja keine drei Stunden dort bleiben, sondern kann mit nur drei Minuten mehr Zeit verhindern, dass ein ganzer Becher weggeschmissen wird. Dauert also gar nicht so viel länger…

 

Ich muss gestehen, ich bin keine große DIY-lerin. Shampoo, Deo und Co. kaufe ich einfach lieber ein. Aber dafür repariere ich gerne meine Löcher im Gewand oder backe und koche selber. Ich bin mir sicher, es gibt auch Dinge, die du gerne machst und nicht unbedingt schnell einkaufen musst. Spart Ressourcen und Geld!

 

Steig aufs Rad und nicht ins Auto. Natürlich wäre es bequemer, sich in das Auto vor der Tür zu setzen und ohne viel Mühe das Ziel zu erreichen. Aber Rad fahren ist so viel schöner! Du musst ja nicht bei Regen und Schnee anfangen auf das Rad umzusteigen. Versuch es mal bei schönem Wetter und einer kurzen Strecke.

Tipp: Richte dir schon am Abend zuvor alles Notwendige her, damit du nicht routinemäßig zum Autoschlüssel greifst. Am besten du legst den Fahrradschlüssel (und den Helm) anstatt des Autoschlüssels hin und versteckst den gleich.

Ich verspreche dir, der sanfte Fahrtwind und die Endorphine durch die Bewegung werden dich ganz schnell von der Schönheit des Radfahrens überzeugen. Belohne dich nachher mit was auch immer und dein Gehirn wird von der neuen Art der Fortbewegung ganz entzückt sein. 😛

 

 

Zu guter Letzt:

 

Informiere dich.

 

Recherchiere nachhaltige Alternativen und überlege dir, wie sie dir helfen könnten so einfach wie möglich ein umweltbewusstes Verhalten an den Tag zu legen. Dauert vielleicht ein bisschen, aber bringt dir auf lange Sicht gesehen sicher viel Ersparnis.

Wenn du keine Lust hast, selbst nachzulesen, dann nutze die Leute aus, die das gerne machen 😉

 

Was sind deine größten Schweinhund-Momente und was machst du um sie auszutricksen?

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.