Wild ernten: Essen aus der Natur

the green walnuts - foraging blackberries
Die erste Septemberwoche ist schon da und die Tage beginnen mit kühler Morgenluft. Ich kann euch gar nicht sagen, wie sehr mich das freut. Denn sobald der Spätsommer da ist, beginnt bei uns im Garten die Haupterntesaison. Pfirsiche, Äpfel, Walnüsse, Spätsorten von Himbeeren, Kürbissen, Zucchini, Erdäpfel, … Es gibt schlichtweg nichts Erfreulicheres als selbst geerntetes Essen.

Ein eigener Garten ist dafür nicht einmal notwendig. Um Obst und Gemüse (völlig kostenlos) ernten zu können, muss man nur seine eigenen vier Wände verlassen und sich ein bisschen umsehen. Geht hinaus und entdeckt die „Futterplätze“ in eurer Nähe 😀

Die Vorteile sind vielseitig: es kostet nichts, man verbringt Zeit in der Natur, es wächst alles ohne Plastik und noch dazu sieht man wie die Früchte ohne Verpackung aussehen bzw. wo sie überhaupt wachsen.

Wenn du noch nicht weiß, wo du welche Früchte finden kannst, kann ich nur die geniale Seite mundraub empfehlen. Auf einer digitalen Karte sind Sammelplätzen für #stadtfrüchte (Beeren, Obstbäume, Nüsse,… was auch immer das Herz begehrt) eingetragen. Schau gleich nach, ob du etwas in deiner Nähe findest!

Und passenderweise kommt am 18. September ein neues Buch von smarticular und mundraub raus: Geh raus! Deine Stadt ist essbar

 

Wer sein Glück heuer oder zur passenden Erntesaison nächstes Jahr versuchen will, hier habe ich ein paar Ideen für verschiedene Früchte zusammengesammelt:

 

the green walnuts - foraging chanterelles

 

Pilze.

Mein Freund ist ein passionierter Schwammerlsucher. In den ersten Jahren unserer Beziehung durfte ich nicht einmal zu den heiligen Fundplätzen mitgehen. Familiensache, versteht sich. Die geheimen Orte werden von Generation zu Generation weiter gegeben. Nach sieben (!) Jahren hat er sich überreden lassen, mich in die Kunst des Schwammerlsuchens einzuweihen. Aber nicht ohne mir vorher das Versprechen abzunehmen die Augen während der gesamten Hinfahrt zuzulassen (not kidding).

Mittlerweile darf ich die Augen offen lassen und kann ich mit ziemlich hoher Treffsicherheit genau eine Sorte identifizieren: Eierschwammerl (Pfifferlinge). Mein Schwammerlsuchtalent ist leider etwas unterentwickelt, also bleiben Herrenpilze & Co. bei uns in Männerhand. Zum Glück ist mein Esstalent dafür umso ausgeprägter und ich darf fleißig mitessen, wenn er kocht 😛

Eierschwammerl und Steinpilze wachsen von Ende Juni bis in den Oktober hinein. In Österreich findest du sie vor allem in der Nähe von Fichten und Buchen, wenn der Boden eher nährstoffarm ist. Besonders sprießen sie nach einem Regenguss, wenn das Wetter warm war.

Die Pilze schmecken frisch natürlich am besten, aber können auch getrocknet, eingelegt oder blanchiert und eingefroren aufbewahrt werden.

 

the green walnuts - foraging blueberries

Beeren.

Ich liebe Beeren. Alle!! Beeren machen alles besser. So gut wie alle Sorten können auch im Garten als Kultursorten gepflanzt werden. Wer keinen Garten hat, schaut sich am besten im Wald oder am Waldrand um.

Auf Beerenjagd geht man am besten in den wärmeren Sommermonaten bis in den September hinein. Zuerst entdeckt man meistens Himbeeren (ab Juni), dann Walderdbeeren (ab Juli) und zuletzt werden Brombeeren, Heidelbeeren und Holunderbeeren reif (meistens August).

Noch findet man in kühleren Regionen Himbeeren, Brombeeren, Walderdbeeren und Holunderbeeren. Wir haben dieses Jahr leider die Heidelbeeren verpasst, weil wir gerade auf Urlaub waren. Die schmecken als Wildform einfach besser und färben alles so herrlich dunkel. <3

Ganz wichtig: alle Beeren gut waschen, um nicht aus Versehen Fuchsbandwürmer oder dergleichen mitzuessen.

 

the green walnuts - foraging walnuts

 

Nüsse.

Gerade in der kalten Jahreszeit, alias „heiße Kuchen- und Keksbackphase“ merke ich immer, wie unglaublich viel Nüsse kosten.

Wir haben das Glück, dass wir in unserem Garten Walnüsse haben. Die schmecken nicht nur gut, sondern schauen mit ihrer roten Schale auch noch richtig gut aus. Um etwaigen Allergien von Freund*innen vorzubeugen nehme ich allerdings meist Haselnüsse zum Backen. Haselnüsse habe ich bis letztes Jahr noch nie in natura gesehen (ja, ich hab mich auch schon gefragt, wie es dazu kommen konnte…). Aber seitdem ich weiß, dass sie bei uns überall wachsen (danke für den Hinweis, lieber ehemaliger Arbeitskollege :-*), bin ich auf der Suche nach Sammelplätzen bei mir in der Nähe. Und siehe da: gleich am Ende der Straße stehen Baumhaseln. Haselnüsse wachsen auch auf Bäumen. Man lernt nie aus… Angeblich schmecken sie nicht ganz so gut, wie die vom Strauch. Sobald ich herausgefunden habe, wie ich sie am besten knacken kann, werde ich berichten 😉

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the green walnuts - foraging apples

 

Streuobst.

Für mich ist Herbst nahtlos mit Apfelstrudel und Apfelsaft pressen verbunden. Mit über 15 Apfelbäumen im Garten sind wir an der Front gut bedient.

Auf richtigen Streuobstwiesen gibt es viele seltene Sorten. Auch wir haben alte Sorten bei unseren Bäumen dabei. Wer Zwetschken, Birnen, Kirschen, Pfirsiche oder Marillen pflücken will, kann diese auch auf mundraub finden.

Wenn du selbst zu viel Obst in deinem Garten hast, freut sich Unverschwendet darüber und verarbeitet es zu Chutneys, Marmeladen und Co.

 

the green walnuts - foraging wild garlic

 

Kräuter und Blüten.

Kräuter verfeinern jedes Essen. Wie Unkraut wächst der Thymian in den Bergen und der Rosmarin an italienischen Straßenrändern. Gratis Gewürze im Überfluss!

Im Frühling will ich unbedingt auf eine Kräuterwanderung gehen, um endlich zu wissen was ich alles essen kann ^^ Kräuter gibt es natürlich das ganze Jahr über. Tipps gibt es unter anderem auf Utopia: Wildkräuter essen, sammeln und bestimmen.

Apropos Frühling, die Holundersträucher haben natürlich nicht nur Beeren, sondern auch Blüten (Mai bis Juni). Die Blüten kann man hervorragend zu Saft verarbeiten oder auch herausbacken.

Noch früher kommt der Bärlauch heraus. Wenn die Wälder nach dem Winter wieder grün werden, wächst auch der Bärlauch. Je früher du ihn erntest, desto intensiver ist der Geschmack.

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Bei Kräutern und Blüten kenne ich mich leider viel zu wenig aus. Was sind denn eure liebsten Wildkräuter? Und welche Blüten sammelt ihr zum Essen? Oder pflanzt ihre sie selber? Freue mich über alle Infos!

 

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