Nachhaltiger Shopping Ban: nutze dein Umweltbewusstsein um leichter Geld zu sparen.

shopping ban - take the sustainable route
Um Geld zu sparen, verhänge ich mir von Zeit zu Zeit einen Shopping Ban – also eine „Ausgabensperre“. Das bringt nicht nur mehr Erspartes auf dem Konto, sondern auch weniger Ressourcenverbrauch für die Umwelt. Jedes gute Gefühl (aka Weltrettungssyndrom) muss ausgenutzt werden, um sich heutzutage von der Sinnhaftigkeit des Verzichts zu überzeugen.

 

Warum mache ich einen Shopping Ban?

Seit ich versuche nur mehr bewusst zu konsumieren, sollte doch auch meine Sparquote höher sein. Denn wer weniger kauft, gibt auch weniger Geld aus, oder? Irgendwie stimmt das allerdings nicht…

Wie kann am Ende des Monats immer so wenig Geld übrig bleiben, wenn ich doch „nichts“ gekauft habe? Dieses Nichts entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als ein paar Mal zu oft Essen gegangen, doch den zweiten Kaffee bestellt und dem neu erschienenen Buch nicht widerstanden haben.

Auch ein Zero Waste Lifestyle kann zu (fair produziertem und verpackungsfreiem) Konsum verführen. Diese tolle Teekanne-To-Go oder die neue wiederverwendbare Edelstahlwasserflasche von einer sozial und ökologisch produzierenden Firma? Wenn man nicht aufpasst sind diese an sich nachhaltigen Dinge schneller gekauft, als gedacht.

Damit ich nicht jeden Monat von schlechtem Gewissen geplagt werde, habe ich ein paar Tricks entwickelt und von anderen übernommen, um nicht jedem Kaufimpuls nachzugeben. Hallo, Shopping Ban 😉

 

Hast du auch Lust mit deinem nachhaltigen Lebensstil dein Konto zu schonen? Dann sind diese Tipps genau richtig für dich:

 

 

Tipps für einen nachhaltigen Shopping Ban.

 

Warum willst du weniger Geld ausgeben?

Bevor du loslegst, überlege dir warum du weniger ausgeben willst. Sparst du für etwas bestimmtes, willst du Schulden abbauen oder einfach weniger Materielles ansammeln?

Es ist leichter einer Versuchung zu widerstehen, wenn du dir klar vor Augen führen kannst warum du jetzt darauf verzichten sollst.

Nein zum Coffee-To-Go? Aber nur weil es direkt in die Reisekasse geht (so ein Kaffee schmeckt ja in Neuseeland auch wirklich besser :P).

 

 

Was ist erlaubt?

Die Idee zu einem Shopping Ban habe ich bei Cait Flanders entdeckt. Ich glaube, ich bin zufällig über ihren Blog (damals noch Blonde on a Budget) gestolpert, als ich wieder einmal mehr ausgegeben hatte als erwartet. Sie hatte ein Jahr lang (und dann noch einmal ein Jahr lang) auf jeden Einkauf verzichtet, außer Essen und ein paar Dinge, die auf ihrer „Genehmigt“-Liste standen. Das waren Sachen, die im Laufe des Jahres ersetzt werden mussten oder grundsätzliche Hygieneartikel.

Egal wie lange deine Ausgabensperre dauern soll, überlege dir was du kaufen darfst. Von Luft und Liebe allein lässt es sich ja auch schwer (über)leben…

 

Ich habe im Oktober wieder einen kleinen Shopping Ban gemacht und durfte nur Geld für Essen und Transport ausgeben.

 

 

„Was man hat, ist immer am Günstigsten.“

Diesen netten Spruch hat ein Bekannter immer gesagt, und Recht hat er.

Auch bei Lebensmitteln kann gespart werden. Damit meine ich nicht, dass du plötzlich dein Umweltbewusstsein über den Haufen werfen sollst und nur mehr Billigware einkaufen gehst.

Schaue in deinen Kühlschrank, dein Gefrierfach und deine Schränke: was ist da und wie kannst du es kreativ verkochen ohne groß einkaufen gehen zu müssen? Pantry Party ist angesagt! Werde kreativ und vermeide unnötige Lebensmittelverschwendung.

Die restlichen Lebensmittel saisonal und möglichst über Direktvermarkter kaufen: spart lange Transportwege und ist oftmals günstiger.

 

Related: Lebensmittel sind wertvoll #reducefoodwaste

 

Dasselbe gilt natürlich auch für alle anderen Dinge in deinem Haushalt. Wo waren nochmal die Reserveglühbirnen? Hattest du nicht noch irgendwo Extra-Stifte? Und war da nicht mal ein Ordner mit Schmierpapier?

Viel Spaß beim Home Shopping 😉

 

 

Wunschliste.  

Bevor du die Kreditkarte zückst, sobald du dir denkst „Das brauch ich UNBEDINGT!“, schreibe es auf deine Wunschliste. Notiere es im Handy, auf deinem Kalender oder in einem Notizbuch. Ganz egal, aber sammle alle Wünsche an einem Ort. So siehst du auf einen Blick, wie oft du etwas wirklich kaufen willst.

Auf meiner Liste steht noch immer „neuer Wintermantel“ und das schon seit ein paar Jahren. So wirklich unbedingt durfte ich ihn wohl nicht gebraucht/gewollt haben…

 

 

Wenn du etwas aber wirklich unbedingt haben willst… dann konsumiere bewusst.

Diese Wunschliste ist schön und gut, um noch einmal über einen Einkauf nachzudenken und Impulskäufe zu vermeiden. Aber wenn du wirklich etwas brauchst?

Appelliere an dein Öko-Gewissen.

 

Die ultimative Frageliste:

  • Suche zuerst nach einer Möglichkeit etwas von deinen schon vorhandenen Dingen anderweitig zu verwenden. Kannst du etwas umfunktionieren?
  • Kannst du es selbst machen?
  • Wenn du nichts Passendes hast, kannst du es ausleihen?
  • Gibt es das gute Stück auf dem Second Hand Markt zu kaufen? (meistens billiger und kein neuer Ressourcenverbrauch!)
  • Wenn das alles nicht geht: kannst du es bei einer Firma kaufen, die auf soziale, ökologische und faire Herstellung achtet?

 

Ich hatte so einen Fall genau während meines ansonsten konsumfreien Oktobers. Aus Versehen habe ich den Smoothie Maker meiner Schwester zerstört. Da wir noch einen zweiten kaputten Standmixer zu Hause hatten, habe ich auf willhaben.at nach genau diesem Modell gesucht. (Das zweite kaputte Gerät ist bei einem Wohnungsumzug zurück geblieben – leider ohne den essentiellen Dichtungsring.)

Nach ein paar Tagen habe ich ihn tatsächlich gefunden und gekauft. Allerdings nicht unüberlegt oder überstürzt. Auf meiner Wunschliste steht „Smoothie Maker“ schon seit einer Ewigkeit (Hallo, cremige Versionen von Pesto, Haselnussmilch, Smoothies, nut butter …).

Da das „neue“ Modell zwei Aufsätze hat, haben ich jetzt zwei funktionierende Geräte zum Preis von einem – einen für mich und einen als Weihnachtsgeschenk für meine Schwester 🙂

#consciousconsumption

 

 

Mach Konsum unbequem.

Menschen sind unglaublich bequeme Wesen. Je mühsamer etwas ist, desto weniger gerne machen wir es.

 

Hier ein paar Unbequemlichkeit-Tipps:

  • Packe deine Bankomat- oder Kreditkarte weg und zahle alles in bar.
  • Geht nicht? Dann klebe einen Zettel vorne auf die Karten mit der Notiz: Brauche ich das wirklich? oder Was passiert, wenn ich es nicht kaufe?
  • Logge dich aus allen Online-Shops aus. Kein One-Click-Purchase mehr!
  • Melde dich von allen Newslettern ab, die dir etwas verkaufen wollen.
  • Folge keinen Personen/Firmen, die dich zu Konsum verführen.
  • Überweise so viel Geld wie möglich auf ein Sparkonto. Dann musst du es erst wieder zurück transferieren, um es ausgeben zu können.

 

 

Collect memories, not stuff.

Dein Shopping Ban soll aber nicht nur Verzicht und Selbstgeißelung sein. Wer möchte schon die ganze Zeit ein asketisches Leben führen?

Deshalb verbinde das Notwendige mit dem Schönen (heute habe ich es aber mit diesen Sprüchen ^^).

 

Ideen für weniger Konsum und mehr Spaß:

  • Anstatt mit Freunden (teuer) essen zu gehen, lade zum gemeinsamen Kochen oder Pot-Luck-Dinner ein. Wenn alle zusammen zahlen oder etwas mitbringen, ist es in Summe billiger und vermutlich sogar lustiger 😉
  • Du möchtest weniger für Kosmetikprodukte ausgeben? Vielleicht findest du ein paar Mitstreiter*innen und ihr macht Deo, Waschmittel oder Zahnpasta selbst. Die Zutaten könnt ihr gemeinsam kaufen und schon wieder habt ihr ein bisschen Geld gespart.
  • Deine Achillesferse ist Coffee-To-Go? Da wirst du vielleicht deine Routine etwas ändern müssen, sorry… Wenn du nur drei Minuten früher aufstehst, könntest du deinen Kaffee zu Hause machen. Oder du nimmst das Rad in die Arbeit (sehr kaffee-trink-unfreundlich) und wartest auf den Kaffee im Büro. Wenn du ein starkes Zero-Waste-Gewissen hast: nutze es aus und „vergiss“ deinen Thermosbecher zu Hause. Du möchtest ja nicht einen Wegwerf-Kaffeebecher verwenden, oder? 😉
  • Neue Saison, neues Gewand? Fair Fashion ist gerechterweise teurer. Ausgedehnte Shoppingtrips fallen da schon gehörig ins Budget. Wie wäre es mit einer Kleidertauschparty mit deinen Freundinnen? Oder eine mit Fremden, organisiert über diverse Social Media Kanäle? Oder einfach nur ein privater Tausch über Kleiderkreisel und Co.?
  • Als Abendprogramm Konzert, Theater oder Kino? Muss nicht immer teuer sein. Such nach Angeboten in der Stadt mit freiem Eintritt, ins Theater kommst du billiger mit Stehplatzkarten und einen Film kannst du auch ausleihen. Zero Waste Tip: Für einen gemütlichen Filmeabend kannst du auch gleich die Naschereien ohne Verpackung organisieren 😉

 

Was sind deine größten Ausgaben, die du gerne vermeiden möchtest? Schreib es in die Kommentare oder schicke mir eine Nachricht – vielleicht finden wir gemeinsam eine alternative Idee!  

 

 

Langfristiger Überblick: Einnahmen und Ausgaben aufschreiben.

Der letzte Tipp ist eigentlich der Anfang eines besseren Umgangs mit deinem eigenen Geld.

So unsexy es auch sein mag, eine trockene Finanzaufstellung macht das Leben leichter. Du siehst auch gleich, ob dein Shopping Ban tatsächlich mehr Geld am Konto hinterlassen hat.

Nach ein paar Jahren der allmonatlichen Verwunderung, habe ich mich durchgerungen und schreibe jetzt brav jeden Monat meine Ausgaben auf. Beim Sparen hilft das noch nicht, aber es ist zumindest ein Aha – (lies: Schock) Erlebnis.

Wer einen Überblick über seine Finanzen haben möchte, muss sich auch wirkliche jeden Kauf vor Augen führen. Ich mache das mit einer eigenen Excel-Tabelle. Viele verwenden dafür auch Programme oder Apps.

Cait Flanders bietet ein nettes Mindful Budgeting Program an – gratis!

 


 

Das eigene Vermögen kann man mit mehr Einnahmen oder weniger Ausgaben vermehren. Ein Shopping Ban ist daher keine Lösung, um schnell viel Geld zur Verfügung zu haben. Aber es eine eine sinnvolle Möglichkeit, um sich über das eigene Konsumverhalten bewusst zu werden und zu beginnen sinnvoll mit den eigenen Geldressourcen umzugehen.

 


 

Hui, diese Liste ist doch länger geworden als gedacht! Hab ich etwas vergessen? Hast du schon einmal einen Shopping Ban gemacht? Fällt es dir leicht weniger zu konsumieren? Was ist für dich das schwierigste an weniger Konsum?

 

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